Halbfinale! Eisbären bezwingen die Dragons in der Overtime
Die Eisbären Bremerhaven haben mit einem spektakulären 117:112-Erfolg nach Verlängerung gegen die Artland Dragons das Halbfinale der ProA-Playoffs erreicht. Vor ausverkaufter Kulisse in der Stadthalle Bremerhaven lieferten sich beide Teams über 45 Minuten einen intensiven Schlagabtausch mit 17 Ausgleichen und 16 Führungswechseln. Topscorer der Eisbären war Elijah Miller mit 22 Punkten, während Dragons-Forward Ben Burnham mit 46 Punkten eine historische Playoff-Leistung zeigte.
Die ausverkaufte Stadthalle Bremerhaven bot vom Tip-Off an die perfekte Bühne für ein echtes Playoff-Drama. Für die Artland Dragons stand einiges auf dem Spiel. Sie wollten die Viertelfinalserie verlängern, während die Eisbären heute den Sack zumachen wollten um ins Halbfinale einzuziehen. Dass es nicht langweilig werden würde, stand außer Frage. Beide Mannschaften begegneten sich offensiv auf höchstem Niveau und fanden beinahe auf jede Aktion die passende Antwort.
Die Eisbären starteten mit viel Energie in die Partie. Peter Hemschemeier bediente Lorenz Brenneke zu den ersten Punkten des Abends. Die Dragons antworteten jedoch selbstbewusst und konnten sich zunächst auf 6:11 absetzen. Davon ließen sich die Eisbären jedoch nicht beeindrucken. Vor allem Jordan Samare sorgte mit mehreren energischen Abschlüssen und zwei And-Ones (9:11,17:14) früh für Stimmung in der Halle und brachte die Eisbären wieder in Front. Dennoch blieb Artland stets gefährlich. Besonders Ben Burnham zeigte bereits im ersten Viertel seine Klasse und hielt die Dragons mit starken Aktionen offensiv wie defensiv im Spiel. Nach einem intensiven ersten Abschnitt führten die Eisbären mit 26:21.
Auch im zweiten Viertel blieb die Partie völlig offen. Immer wieder wechselte die Führung, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Die Eisbären überzeugten offensiv mit starkem Ballmovement und fanden regelmäßig gute Lösungen in Korbnähe. Spektakuläre Alley-Oop-Dunks von Jannis von Seckendorff (32:27) und Ben Burnham (32:29) sorgten zusätzlich für Playoff-Atmosphäre. Doch defensiv bekamen die Eisbären vor allem Burnham kaum kontrolliert. Der Dragons-Forward hatte bereits zur Halbzeit 31 Punkte auf dem Konto und führte sein Team immer wieder zurück ins Spiel. Nach 20 offensiv geprägten Minuten stand ein folgerichtiges 55:55 auf dem Scoreboard. Entsprechend ausgeglichen fiel auch der Blick auf die Statistik aus: Die Eisbären trafen 18 ihrer 28 Zweipunktewürfe (64%), die Dragons 67% jedoch bei weniger Versuchen (18). Zudem verwandelten sie starke 40 Prozent ihrer Dreier, während sich der Erfolg der Eisbären in diesem Bereich erneut in Grenzen hielt (2 von 8).
Nach dem Seitenwechsel ging die Partie zunächst ausgeglichen weiter (61:60), ehe die Dragons sich etwas absetzen. Connor „Buzz“ Anthony und Ben Burnham sorgten mit mehreren erfolgreichen Abschlüssen für einen 8-Punkte-Lauf der Gäste (61:69). Steven Esterkamp reagiert prompt mit einer Auszeit. Diese zeigte Wirkung und Abschlüsse von Jordan Samare und Jake Biss brachten die Eisbären wieder bis auf einen Punkt heran (70:71). Immer wieder kämpften sich die Gastgeber heran, doch Artland fand zunächst noch die besseren Antworten von außen und hielt die Führung. Mit einem wichtigen Dreier kurz vor Viertelende verkürzte Baker jedoch wieder auf 78:79 und hielt die Partie weiter komplett offen.
Wie bereits die ersten beide Spiele der Serie entwickelte sich das letzte Schlussviertel zum Krimi. Elijah Miller brachte die Eisbären zunächst wieder in Führung (80:79), doch die Dragons antworteten erneut über Ben Burnham und Buzz Anthony. Dreier von Miller und Baker brachten die Eisbären zwischenzeitlich mit 85:81 in Front. Beide Teams verteidigten intensiv und zweieinhalb Minuten lang konnten keine Punkte erzielen. Diese Phase wurde von Elijah Millers Dreier beendet (88:80). Doch die Dragons fanden erneut Antworten: inzwischen erhielt Ben Burnham auch von seinen Teamkollegen stärkere Unterstützung im Scoring. Doch dann war es wieder Burnham der zum 98:98 ausglich und 32 Sekunden vor Schluss einen schwierigen Wurf im Korb platzieren konnte (98:100). Nun mussten die Eisbären schnell reagieren. Jemarl Baker scheiterte jedoch an der Verteidigung, brachte den Ball zu Jannis von Seckendorff, der den Dreier versuchen musste, aber ebenfalls scheiterte. Durch den offensiven Team-Rebound blieb der Ball jedoch bei den Eisbären. Lorenz Brenneke gelang 2,4 Sekunden vor Schluss der umjubelte Ausgleich zum 100:100 und die Halle stand endgültig Kopf.
In der Verlängerung behielten die Eisbären schließlich die Nerven. Jake Biss eröffnete die Overtime direkt mit einem Dreier, Elijah Miller übernahm Verantwortung und Raphael Falkenthal zeigte sich an der Freiwurflinie eiskalt. Zwar hielten die Dragons weiterhin dagegen, doch die Eisbären wirkten nun abgeklärter und die Dreier fielen besser. In der Overtime erzielten die Eisbären mit 4 erfolgreichen Dreiern genauso viel wie zuvor in der gesamten regulären Spielzeit. Nachdem Ben Burnham, der bisher ein überragendes Spiel machte, an der Freiwurflinie nicht mehr liefern konnte und zwei Würfe vergab und Elijah Miller 30 Sekunden vor Ende den Dreier zum 113:109 verwandelte, hielt es in der Stadthalle endgültig niemanden mehr auf den Sitzen. Raphael Falkenthal machte den Sieg wenig später von der Freiwurflinie endgültig perfekt. Endstand: 117:112
Trotz der überragenden 46 Punkte von Ben Burnham entschieden die Eisbären die Serie letztlich mit ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit für sich. Gleich mehrere Spieler übernahmen in den entscheidenden Momenten Verantwortung und fanden Antworten auf die individuelle Klasse der Dragons.
Steven Esterkamp zeigte sich nach dem Spiel stolz auf seine Mannschaft: „Es war eine harte Serie für uns. Respekt an Hendrik Gruhn und seine Mannschaft. Das dritte Spiel ist immer schwer zu gewinnen gegen ein Team, das mit dem Rücken zur Wand steht. Die Dragons haben offensiv einige Dinge angepasst und diese kleinen Veränderungen haben unsere Defense ganz schön ins Schwitzen gebracht. In der zweiten Halbzeit haben wir darauf besser reagiert. Am Ende waren die richtigen Würfe für uns da und wir hatten vielleicht auch ein bisschen Glück. Ich bin stolz auf meine Mannschaft – wir haben von Anfang bis Ende gekämpft.“
Mit dem 117:112-Erfolg gewinnen die Eisbären die Viertelfinalserie mit 3:0 und ziehen ins Halbfinale der ProA-Playoffs ein. Nach drei intensiven und hochklassigen Spielen gegen die Artland Dragons wartet nach einer kurzen Erholungspause bereits die nächste große Herausforderung auf die Bremerhavener. Im Halbfinale bleibt es feurig: die Eisbären treffen auf Phoenix Hagen.
1. Spiel des Halbfinales auswärts in Hagen
Das erste Spiel der Halbfinalserie gegen die Phoenix Hagen wird in der Ischelandhalle in Hagen gespielt. Tip-Off der Partie ist am Mittwoch, den 20.05.2026 um 19:30 Uhr.
Eisbären Bremerhaven - Artland Dragons 117:112 nach OT (55:55; 100:100)
Topscorer Eisbären Bremerhaven: Elijah Miller (22 Punkte, 4 Assist, 3 Rebounds), Lorenz Brenneke (17 Punkte, 2 Assist, 2 Rebounds), Jannis von Seckendorff (17 Punkte, 1 Assist, 4 Rebounds)
