Comeback in der Crunchtime: Eisbären legen in der Serie nach
Die Eisbären Bremerhaven gewinnen auch Spiel zwei der Viertelfinalserie gegen die Artland Dragons und holen sich mit einem 84:86-Auswärtssieg die 2:0-Führung in der Best-of-Five-Serie. In einer erneut intensiven und hochklassigen Partie lagen die Eisbären lange zurück, drehten das Spiel jedoch mit einem starken Schlussviertel und einer nervenstarken Crunchtime. Topscorer der Eisbären war Elijah Miller mit 24 Punkten.
Bereits das erste Duell in der ÖVB Arena hatte gezeigt, wie eng diese Serie werden würde und auch in Quakenbrück enttäuschte das „Nordderby“ nicht. Vor lautstarker Kulisse in der Artland Arena entwickelte sich erneut ein intensiver Playoff-Fight. Während die Dragons lange die Oberhand hatten, bewiesen die Eisbären erneut ihre Nervenstärke in den entscheidenden Minuten.
Die Eisbären erwischten zunächst den besseren Start. Früh setzten die Eisbären die Dragons mit aggressiver Verteidigung und gut ausgespieltem Pick-and-Roll unter Druck und gingen schnell mit 0:6 in Führung. Doch die Gastgeber fanden Antworten. Vor allem Amir Hinton und Ben Burnham brachten offensiv Tempo ins Spiel. Nach dem Ausgleich (8:8) stellten die Dragons mit einem 9:1-Lauf auf 16:9. Die Eisbären hielten jedoch dagegen. Jordan Samare sorgte zunächst per Tip In zum 16:11 für wichtige Punkte, wenig später verkürzte er mit einem explosiven Dunk auf 16:13. Dennoch blieben die Dragons offensiv brandgefährlich. Ein Dreier von Amir Hinton und wenig später Connor „Buzz“ Anthony stellten auf 22:13. Die Eisbären hatten erneut Probleme von außen: Die ersten vier Dreier fanden allesamt nicht ihr Ziel. Treffer von Lorenz Brenneke und Elijah Miller verkürzten den Abstand. Miller vollendete kurz vor Ende des ersten Viertels stark zum Korb inklusive Bonusfreiwurf – nur noch 22:18 nach den ersten zehn Minuten.
Auch im zweiten Viertel blieben die Dragons zunächst spielbestimmend. Nathan Petrone und Ben Burnham bauten die Führung wieder aus (26:18), während die Eisbären weiterhin im Verfolgungsmodus agierten. Immer wieder fanden die Dragons schnelle Antworten auf Bremerhavener Treffer. Traf Lorenz Brenneke endlich den ersten Dreier der Eisbären zum 28:25, antwortete Burnham direkt von außen zum 31:25. Verkürzte Carlos Carter per Zug zum Korb auf 34:29, stellte Amir Hinton umgehend wieder den alten Abstand her. Vor allem offensiv entwickelte sich die Partie zu einem echten Schlagabtausch. Die Dragons trafen hochprozentig aus der Distanz und nutzten ihre Chancen konsequent. Die Eisbären hielten mit viel Kampf dagegen und blieben durch schwierige Würfe von Jemarl Baker und wichtige Aktionen von Jannis von Seckendorff in Reichweite. Ein Dunk von Ben Burnham knackte die 10-Punkte Marke 49:39. Doch ein wichtiger Dreier von Elijah Miller kurz vor der Halbzeit sorgte schließlich dafür, dass die Dragons weiterhin in Reichweite blieben.
Beide Teams starten nach dem Seitenwechsel defensiv stark. Jake Biss eröffnete das dritte Viertel schließlich mit einem Dreier zum 49:45, Carlos Carter verkürzte wenig später mit einem starken Zug zum Korb auf 49:47. Doch immer wenn die Eisbären kurz davor waren, die Partie zu drehen(51:49, 55:53), fanden die Dragons erneut Antworten. Ben Burnham traf wichtige Würfe, Connor „Buzz“ Anthony hielt das Tempo hoch und Timo Lanmüller sorgte mit einem Dreier schließlich wieder für etwas Luft (64:55). Dennoch ließen sich die Eisbären nicht abschütteln. Raphael Falkenthal verkürzte von der Freiwurflinie, Jemarl Baker legte nach und Elijah Miller traf nach einem unsportlichen Foul zumindest einen Freiwurf zum 66:60. Trotzdem gingen die Dragons mit einer 8-Punkte-Führung ins Schlussviertel (68:60).
Dort zeigten die Eisbären dann ihre vielleicht stärkste Phase der bisherigen Serie. Elijah Miller eröffnete den Schlussabschnitt direkt mit einem Dreier zum 68:63. Zwar antworteten die Dragons ebenfalls von außen, doch die Gäste verteidigten nun mit enormer Intensität. Besonders Jannis von Seckendorff setzte wichtige Akzente: zunächst defensiv mit einem starken Block gegen Amir Hinton, offensiv dann mit wichtigen Punkten und cleveren Blocks für seine Mitspieler.
Das Momentum kippte. In den letzten Minuten spielten die Eisbären ihre ganze Playoff-Reife aus. Die Dragons kamen offensiv fast nur noch über schwierige Einzelaktionen zum Abschluss, während die Eisbären defensiv und offensiv stark reboundeten und immer wieder zweite Chancen kreierten. Carlos Carter traf nach Vorarbeit von Jannis von Seckendorff den offenen Dreier zum 71:68. Später arbeitete sich Elijah Miller stark zum Korb vor und verkürzte auf 79:78. Spätestens jetzt war klar: die Eisbären waren pünktlich zur Crunchtime wieder voll da. 3:10 Minuten vor Schluss brachte Jemarl Baker die Eisbären schließlich per Freiwürfe erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Führung (79:80). Zwar antwortete Amir Hinton noch einmal zum 81:80, doch Elijah Miller reagierte beim entscheidenden Angriff der Dragons blitzschnell: Steal, Foul durch Langmüller, zwei sichere Freiwürfe: 81:82 für Bremerhaven.
Die entscheidende Szene folgte schließlich 30 Sekunden vor Schluss: Elijah Miller verfehlte zunächst den schwierigen Dreier, doch Jannis von Seckendorff sicherte sich aufmerksam den Offensivrebound und stellte auf 81:84. Nachdem Ben Burnham den nächsten Dreier vergab, machte Addi Breitlauch den Sack an der Freiwurflinie endgültig zu. Der späte Dreier von Amir Hinton zum 84:86 änderte nichts mehr am Auswärtssieg der Eisbären.
Mit einem starken Schlussviertel (16:26) drehen die Eisbären die Partie und holen sich den zweiten Sieg der Viertefinalserie. Obwohl die Dragons in vielen Wurfquoten überlegen waren, entschieden Offensivrebounds und die größere Ruhe in den entscheidenden Momenten die Partie zugunsten der Eisbären. Auffällig war dabei erneut die Breite im Bremerhavener Spiel. Während die Dragons offensiv vor allem von ihren Topscorern Amir Hinton (27 Punkte), Ben Burnham (24) und Buzz Anthony (17) getragen wurden, verteilte sich das Scoring bei den Eisbären deutlich ausgeglichener: Gleich sechs Spieler erzielten mindestens neun Punkte. Elijah Miller führte sein Team mit 24 Punkten an, doch auch Jemarl Baker (14), Lorenz Brenneke (11), Jordan Samare (10) und Jannis von Seckendorff (9) übernahmen wichtige Rollen. Gerade in den entscheidenden Minuten machte sich diese mannschaftliche Geschlossenheit bemerkbar.
Eisbären-Headcoach Steven Esterkamp zeigte sich nach der Partie zufrieden: „Beide Mannschaften haben über die gesamte Spielzeit alles gegeben. In den ersten 30 Minuten haben wir nicht besonders gut gespielt und unseren Gameplan nicht konsequent umgesetzt. Vor allem in den letzten fünf Minuten war unsere Defense jedoch stark, außerdem hatten wir offensiv gute Ideen. Deshalb bin ich stolz auf meine Mannschaft. Die Spieler haben 40 Minuten lang konzentriert gespielt und gekämpft. Das war heute der entscheidende Faktor.“
Trotz der 2:0-Führung warnte Esterkamp davor, die Dragons zu unterschätzen. Die Partie in Quakenbrück zeigte erneut, wie eng und intensiv diese Serie ist. Auch Artlands Headcoach Hendrik Gruhn machte nach dem Spiel deutlich, dass sich sein Team noch lange nicht aufgegeben hat: „Wir sind angeschossen, aber noch nicht tot.“
Am Mittwoch geht die Serie in Bremerhaven weiter. Mit dem Heimvorteil im Rücken haben die Eisbären dann die große Chance, die Viertelfinalserie vor eigener Kulisse zu entscheiden und den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen. Die Dragons werden jedoch alles daran setzen, genau das zu verhindern und die Serie noch einmal zurück nach Quakenbrück zu holen.
Drittes Spiel des Viertelfinales im Eisbärenkäfig
Das dritte Spiel der Serie gegen die Artland Dragons wird im heimischen Eisbärenkäfig ausgetragen. Tip-Off der Partie ist am Mittwoch, den 13.05.2026 um 19:00 Uhr.
Artland Dragons - Eisbären Bremerhaven 84:86 (49:42)
Topscorer Eisbären Bremerhaven: Elijah Miller (24 Punkte, 3 Assist, 3 Rebounds), Jemarl Baker (14 Punkte, 1 Assist, 1 Rebound), Lorenz Brenneke (11 Punkte, 8 Rebounds)
