Eiskalt in Hagen: Eisbären bezwingen Feuervögel
Nach einer herausragenden ersten Halbzeit und einer dramatischen Schlussphase gewannen die Eisbären Bremerhaven beim Tabellenführer Phoenix Hagen mit 80:79. In der Ischelandhalle fügten die Eisbären dem bislang zuhause ungeschlagenen Ligaprimus die erste Heimniederlage der Saison zu. Topscorer der Eisbären war Elijah Miller mit 17 Punkten.
Vor stimmungsvoller Kulisse erwischten die Eisbären einen Traumstart. Nach ersten Aktionen ehemaliger Bremerhavener im Hagener Trikot holte Elijah Miller mit einem Dreier die ersten Punkte auf das Konto der Gäste (4:3). Jemarl Baker brachte die Gäste anschließend in Führung, ehe Anzac Rissetto für Hagen zum 6:6 ausglich. Doch die Antwort der Eisbären folgte prompt: Carlos Carter traf von außen, Baker legte per Korbleger nach (6:11). Zwar ging Hagen durch einen kurzen Lauf zwischenzeitlich in Führung, doch Miller holte diese umgehend zurück. Mit Treffern von Jordan Samare und Raphael Falkenthal wuchs der Vorsprung weiter an. Raphael Falkenthal fehlte die letzten zwei Monate verletzungsbediengt. Sichtlich froh über seine Einsatzzeit, erhöhte er per Korbleger und Freiwurf auf 12:20. Ein weiterer Dreier von Jannis von Seckendorff zwang Hagener Headcoach Chris Harris früh zur Auszeit (12:23). Doch auch danach dominierten die Eisbären das Geschehen. Während Hagen nur zu vereinzelten Freiwürfen und einem Distanztreffer kam, lief das Spiel der Gäste weiter flüssig. Mit einem Dunk von Jannis von Seckendorff stellten die Eisbären auf 14:25. Mit einem Spielstand von 17:33 endete ein sensationelles erstes Viertel, indem die Eisbären die Feuervögel quasi überrannten.
Auch im zweiten Viertel blieben die Eisbären tonangebend und die Gastgeber überrascht. Hagen leistete sich ungewohnte Ballverluste, welche die Eisbären konsequent nutzten. Ein weiterer Dreier von Elijah Miller sorgte für eine 20-Punkte-Führung (20:40). Zwar meldete sich der Tabellenführer mit drei Dreiern in Folge zurück, doch die Eisbären ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Sie antworteten mit sieben eigenen Punkten, während Hagen weiter an der aggressiven Verteidigung der Eisbären scheiterte. Jordan Samare traf per Korbleger und anschließendem Freiwurf zum 35:50. Doch der Tabellenführer wollte sich so leicht natürlich nicht geschlagen geben. Als Hagen den Rückstand halbierte, reagierte Steven Esterkamp mit einer Auszeit (42:52). Die Maßnahme zeigte Wirkung: Raphael Falkenthal und Adrian Breitlauch verwandelten vier Freiwürfe in Serie, sodass es mit einer 56:42-Führung in die Halbzeit ging. Die Statistiken unterstrichen die Dominanz der Eisbären: starke Quoten aus dem Feld und von der Linie, während Hagen offensiv ungewöhnlich viele Probleme hatte (Eisbären: 58% 2er, 40% 3er, 91% Freiwürfe vs. Phoenix Hagen: 38% 2er, 40% 3er, 71% Freiwürfe).
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie ruhiger und defensiver. Beide Kontrahenten hatten Probleme erfolgreich zum Abschluss zu kommen. Hagen begann engagierter, doch die Eisbären hielten den Spitzenreiter zunächst auf Distanz. Jake Biss traf von außen, Elijah Miller legte per Korbleger nach (46:63). Auch als Hagen durch Jeffrey Carroll und Devin Schmidt verkürzte, fanden die Eisbären Antworten. Mit 65:56 ging es in das Schlussviertel. Zwar erzielte die Eisbären in diesem Abschnitt nur neun Punkte, doch auch Hagen kam lediglich auf 14, sodass die Führung bestehen blieb.
Im Schlussviertel zeigte sich Phoenix Hagen kämpferisch und erhöhte noch einmal deutlich den Druck. Gleich zu Beginn traf das Ex-Eisbären-Duo Fabian Bleck und Anzac Rissetto, doch Jemarl Baker und Carlos Carter hielten dagegen. Ein Dreier von Elijah Miller zum 61:72 schien den Gästen erneut Luft zu verschaffen. Doch der Tabellenführer zeigte, warum er ganz oben steht. Punkt für Punkt kämpften sich die Feuervögel heran, während die Eisbären erfolglos versuchten die Führung wieder auszubauen. Spätestens nach dem Dreier von Jeffrey Carroll zum 69:73 wurde es richtig eng. Steven Esterkamp reagierte vier Minuten vor dem Ende mit einer Auszeit. Die Eisbären sammelten sich, Jordan Samare traf nach Offensivrebound zum 69:75. Hagen blieb dennoch dran. Die Uhr zeigte noch 2:49 als Elijah Miller von außen zum 71:78 traf und die Eisbären kurz durchatmen ließ. Ein Dreier von Marcus Graves und zwei Freiwürfe von Carroll brachten die Hausherren 30 Sekunden vor Schluss bis auf 77:78 heran. Die Eisbären blieben in dieser wichtigen Phase trefferlos.
In der entscheidenden Szene behielt Elijah Miller die Übersicht, zog in die Zone und bediente Jannis von Seckendorff, der per Dunk zum 77:80 traf. Nach einer letzten Hagener Auszeit 7 Sekunden vor der Sirene und taktischem Foul von Adrian Breitlauch, verwandelte Jeffrey Carroll zwar noch zwei Freiwürfe, doch diese markierten zugleich den 79:80-Endstand. Die Eisbären hatten die Feuervögel niedergerungen.
Nach einer überragenden ersten Halbzeit und großem Kampf in der zweiten Hälfte gelang den Eisbären, was in dieser Saison noch keinem Team gelungen war: Phoenix Hagen in eigener Halle zu bezwingen. Da BG Göttingen und die Crailsheim Merlins ihre Spiele ebenfalls gewannen, bleiben die Eisbären auf Tabellenplatz 4. Dennoch war dies definitiv ein Sieg, der Selbstvertrauen und Rückenwind für die kommenden Aufgaben gibt und einen ausgezeichneten Start in das neue Jahr markiert.
Nächstes Spiel der Eisbären im heimischen Eisbärkäfig
Am 17. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga empfangen die Eisbären die PS Karlsruhe LIONS in der Stadthalle Bremerhaven. Tip-Off der Partie am Samstag, den 10.01.2026, um 18:00 Uhr.
Phoenix Hagen - Eisbären Bremerhaven 79:80 (42:56)
Topscorer Eisbären Bremerhaven: Elijah Miller (17 Punkte), Jannis von Seckendorff (14 Punkte)
