Schlussphase kostet Eisbären den Sieg
Die Eisbären Bremerhaven mussten sich am Samstagabend beim BBC Bayreuth mit 86:91 geschlagen geben. In einer langen ausgeglichenen Partie hatten die Bremerhavener das Spiel über weite Strecken im Griff, gaben die Führung jedoch im Schlussviertel aus der Hand. Topscorer der Eisbären war Elijah Miller mit 21 Punkten.
Mit Jemarl Baker zurück im Kader gingen die Eisbären in die Partie, während auf Bayreuther Seite Rückkehrer Lenny Liedtke direkt eine zentrale Rolle einnahm und später auch zum Topscorer (19 Punkte) avancierte. Die Gastgeber starteten als Außenseiter in das Duell, machten aber von Beginn an deutlich, dass sie die Chance auf eine Überraschung nutzen wollten und belohnten sich am Ende tatsächlich.
Die Eisbären erwischten den besseren Start. Zwar sicherte sich Bayreuth den Sprungball, doch ein früher Ballgewinn von Jordan Samare leitete die ersten Punkte durch Jannis von Seckendorff ein. Gemeinsam bauten sie die Führung schnell auf 6:2 aus. Auch in der Folge lagen die Eisbären meist knapp vorne, konnten sich jedoch nicht entscheidend absetzen. Bayreuth blieb über weite Strecken dran und glich durch Leroy Ikejiaku zum 17:17aus. Zwar brachten Lorenz Brenneke und Raphael Falkenthal die Eisbären wieder in Front, doch in der Schlussphase des Viertels drehte Bayreuth die Partie mit einem 5-Punkte- Lauf und ging mit 22:21in Führung. Auffällig: Beide Teams ließen von außen zunächst vieles liegen: die Eisbären trafen keinen ihrer ersten Distanzwürfe, Bayreuth nur einen.
Auch im zweiten Viertel blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Raphael Falkenthal sorgte früh für den ersten erfolgreichen Dreier der Eisbären, doch Bayreuth antwortete umgehend. Es entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch mit mehreren Führungswechseln. Elijah Miller übernahm Verantwortung und brachte sein Team per And-One wieder in Front, doch die Gastgeber hielten dagegen. Erst als die Eisbären ihren Rhythmus fanden und den Ball besser laufen ließen, konnten sie sich leicht absetzen. Angeführt von Raphael Falkenthal und Elijah Miller erspielten sie sich eine kleine Führung, die sie bis zur Halbzeit behaupteten. Ein Dreier von Elijah Miller mit der Sirene stellte den 49:43-Pausenstand her. Die Eisbären überzeugten in dieser Phase vor allem mit gutem Teambasketball, Qualitätstreffern und klaren Vorteilen beim Rebounding.
Nach dem Seitenwechsel blieben die Eisbären zunächst das stabilere Team. Zwar kam Bayreuth immer wieder heran, doch die Gäste hatten stets eine Antwort parat. Vor allem unter dem Korb setzten sie Akzente: Lorenz Brenneke dominierte am Brett, sicherte wichtige Rebounds und verwandelte mehrere Abschlüsse. Auch defensiv agierten die Eisbären aufmerksam und hielten die Gastgeber zunächst auf Distanz. Ein spektakulärer Alley-Oop-Dunk von Carlos Carter markierte zwischenzeitlich die höchste Führung (70:62). Dennoch ließ sich Bayreuth nicht abschütteln und verkürzte kurz vor Viertelende noch einmal. Mit einer 70:64-Führung gingen die Eisbären in den Schlussabschnitt. Vieles sprach zu diesem Zeitpunkt für die Gäste.
Doch im letzten Viertel kippte die Partie. Bayreuth erhöhte die Intensität, stellte defensiv um und setzte die Eisbären zunehmend unter Druck. Schritt für Schritt arbeiteten sich die Gastgeber zurück ins Spiel. Zwar hielten die Eisbären zunächst dagegen und verteidigten ihre Führung, doch der Rhythmus ging zunehmend verloren. In der Crunchtime spitzte sich das Spiel zu: Beim Stand von 83:83, rund 100 Sekunden vor dem Ende, war wieder alles offen.
Was folgte, war eine hektische Schlussphase mit entscheidenden Momenten auf Seiten der Gastgeber. Bayreuth sicherte sich wichtige Rebounds, traf in den entscheidenden Situationen die besseren Entscheidungen und setzte sich durch einen schwierigen Dreier von KeVaughn Allen mit Ablauf der Shotclock auf 87:83 ab. Elijah Miller konterte zwar noch einmal von außen, doch die Eisbären ließen in den letzten Sekunden ihre Chancen liegen. Zwei vergebene Dreiermöglichkeiten verhinderten die mögliche Verlängerung, ehe Bayreuth den Sieg von der Freiwurflinie endgültig besiegelte.
Besonders auffällig war die starke Reboundarbeit der Bayreuther im Schlussviertel, die ihnen immer wieder zweite Chancen ermöglichte. Zudem feierte Lenny Liedtke ein beeindruckendes Comeback und führte sein Team mit 19 Punkten zum Sieg.
Headcoach Steven Esterkamp zeigte sich nach der Partie selbstkritisch:
„Unsere Disziplin war heute über das gesamte Spiel nicht gut genug. Wir hatten einen guten Start, aber vor allem im dritten und vierten Viertel hat die Intensität gefehlt. Bayreuth hat das konsequent zu Ende gespielt.“
Für die Eisbären gilt es nun, den Fokus schnell wieder nach vorne zu richten. Vier Spiele bleiben noch bis zum Start der Playoffs. Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits im kommenden Heimspiel gegen die Nürnberg Falcons, welches in der ÖVB Arena in Bremen stattfinden wird.
Nächstes Spiel der Eisbären gegen Nürnberg
Am 31. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga spielen die Eisbären in Bremen und empfangen dort die Nürnberg Falcons. Tip-Off der Partie ist am Sonntag, den 12.04.2026 um 15:00 Uhr.
BBC Bayreuth - Eisbären Bremerhaven 91:86 (43:49)
Topscorer Eisbären Bremerhaven: Elijah Miller (21 Punkte, 4 Assists, 2 Rebounds), Carlos Carter (13 Punkte, 3 Rebounds), Raphael Falkenthal (12 Punkte, 2 Assist, Rebound)
